Aktuelles

Ab heute könnt ihr euch in der Sparte Termine nun die ersten geplanten Events anschauen oder
euch z.b. informieren Wann und Wo die nächsten Moto GP Rennen oder Messen statt finden.
Bislang sind noch nicht alle Termine vorhanden. Werden aber in den nächsten Tagen eingetragen.

Zu den Terminen

 

Most 2010
Rennstrecke - Berichte
Geschrieben von: Ch4os   
Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 23:45 Uhr

Abgefrackte Gebäude, Sperrmüll auf den Straßen und ab und zu mal ein Wesen was einem Menschen sehr ähnelte. Ja, wir waren im Osten kurz vor der Tschechischen Grenze. Spaß beiseite ;) Chris (Hondianer) aka The BITCH und meine Wenigkeit Dennis ( Ch4os) aka The ugly Face waren noch ca. 150 km von Most entfernt und bewunderten das im Osten so kräftig und fleißig neue Autobahnen  gebaut wurden. Nach insgesamt 750 km standen wir dann vor den heiligen Toren in Most. Wir waren somit die ersten vor Ort und konnten uns so ein schönes Plätzchen aussuchen. Also schnell aufgebaut und beim Robert (Chef vom Veranstalter ProSpeed)  angemeldet.

Nun war die Reifenfrage ein Thema. Vorne war klar , der Reifen würde drei Tage Most bei 37 Grad aushalten. Hinten war ich mir da nicht so sicher. Da ich mit diesem Hinterreifen aber in Ledenon für mich ein erfolgreiches Rennen bestritten hatte ,wollte ich damit auch mein erstes Rennen in Most absolvieren. Also schnell den Hinterreifen ausgebaut und unter Aufsicht von Chris die Pelle gewechselt.

Das Fahrerlager füllte sich so langsam und man begrüßte die ein oder andere Hackfresse. Gut das es keinen ugly face Pokal gab, sonst wäre das wohl das knappste Rennen geworden. Kurze Zeit später stellten  sich dann noch Daniel (Teufel) und seine Freundin aus den racing4fun Forum zu uns.

Den restlichen Abend verbrachten wir mit ein paar kalten Getränken und reichlich Benzin Gesprächen in der CBR Forums Box. Im Rückblick auf die Situation sah es für außen stehende bestimmt nach einer Unterhaltung für Taubstumme aus. Es wurde jede Sekunde wild mit den Armen herumgefuchtelt und Hecktisch umgeschaut. Aber nicht um der Aussage mit Gestik Nachdruck zu verleihen. Nein, weil es in Most nur so von hartnäckigen Mücken wimmelte. Die Biester trotzten sogar einer  Dose  Bremsenreiniger mit Feuerzeug. Also schnell in den Wohnwagen und an der Matratze gehorcht.

Da es für mich das erste mal in Most war, stand am ersten Tag erstmal Streckenerkundung an vorderster Stelle. Also raus auf die Strecke ein bissel angasen.Für all die diejenigen die noch nicht in Most waren, werde ich euch mal eine Runde mitfahren lassen. Startziel mit ca. 240 kmh an der 200 Meter Markierung hart bremsen und bei der folgenden Rechts- Links Schikane bloß nicht zu früh in die Rechts biegen weil man sonst viel zu Spitz auf die links zu kommt und einem der Schwung für die nachfolgende lang gezogene Links fehlt, die man mit voll Gas nehmen kann ( Gemeines Ding).
Nun kommt ein leichter Rechtsknick den man eigentlich nur dazu benutzt innen auf dem Kurb zu Bremsen um sich dann in eine scharfe Links- Rechts Kombination zu werfen. Kurze Grade, dann wieder ein links Knick den man auch wieder einfach über den Kurb nimmt ( feine Sache so Kurbs) und kurz dahinter hart bremst für eine 180 Grad rechts Kurve wo man sehr oft Hinterrad-Rutscher hat weil man auch da wieder viel Schwung braucht um die nächsten zwei Kurve nicht zu langsam zu sein. Ergo früh ans Gas. Denn die kann man auch mit voll gezogenem Kabel fahren. Nun kommt meine Lieblingspassage eine fast 90 Grad rechts Kurve.
Wo ich mich echt überwinden musste nicht zu bremsen sondern einfach kurz an der 100 Meter Markierung das Gas zu lupfen und dann mit unheimlich viel Speed genau den Einlenkpunkt in die Kurve zu finden den ist dieser zu früh  kommt man über den Kurb und schmeißt sich weg, verpasst man aber den Einlenkpunkt wird die Strecke am Ende der Kurve knapp. Kurze Grade und nun die lang gezogene Rechts unter dem Matador Bogen und direkt umlegen auf die links Kurve die man wirklich schnell und schräg nehmen kann. Kurzes Abbremsen und dann in eine wirklich Spitz zulaufende rechts und am Ende der Kurve direkt voll am Kabel ziehen, damit man gut durch die schnelle Links kommt und die kurze Grade nutzen kann. Übrigens schon eine geile Kurve! Man fährt  mit voller Schräglage ,aber mit voll gefluteten Kammern durch die Links und merkt gegen Ende der Kurve wie das Hinterrad leicht weggeht.
Wenn man sich da wegschmeißt ist die Karre am Arsch und man kann froh sein wenn es einem nicht alle Knochen bricht. Nach einer kurzen Graden kommt dann die unbeliebteste Stelle auf der ganzen Strecke. Eine doppel Rechts vor der Zielgraden. An sich nichts schlimmes, wenn nicht der Belag der Strecke noch der alte wäre. Keine Ahnung warum bei der Streckenerneuerung dieser Teil ausgelassen wurde. In beiden rechts Kurven mega viele Bodenwellen und der Asphalt ist nicht im besten Zustand. Man hat eigentlich ständig das Gefühl das man gleich im Sandkasten liegt. Da hab ich persönlich meiner Meinung nach immer noch wahnsinnig viel Zeit gelassen.

Abends wurde dann wild über verschiedene Übersetzungen oder Linienwahl debattiert und das ein oder andere Bier vernichtet. Ich war nicht wirklich zufrieden mit meinen Zeiten und ließ mich von Chris ausführlich beraten.
Tag 2 in Most. Heute hatten wir den ganzen Tag Zeit eine Qualifikation-Zeit für das Rennen am Sonntag zu fahren. In meiner Gruppe merkte man deutlich das die Jungs und Mädchen heiß waren ….zu heiß! Es gab wahnsinnig viele Stürzen und fast jeder Turn wurde unterbrochen. Und wenn man dann mal 2-3 Runden am Stück fahren konnte , lief ich ziemlich schnell auf die eine oder andere 1000er auf. Dies war ein großes Problem für mich da Most ja bekanntlich eine sehr schnelle Strecke ist und man somit auf den Vollgas Passagen immer wieder Meter verlor, dafür aber dann nach 1-2 Kurven schon wieder übelst aus gebremst wurde.
In der Mittagspause schaute ich mir meine Zeiten an und sah das ich zwei Sekunden schneller als zum Vortag war und somit im Mittelfeld lag. Was ja mein Ziel war. Chris hatte schon eine gute Sekunde Vorsprung zum zweiten Rausgefahren ( Keine Ahnung wo der immer lang fährt).
Nun war mein Ehrgeiz gepackt. Da muss doch noch mehr gehen. Ein Blick auf die Reifen, vorne sah sehr gut aus, aber die hintere Pelle bereitet mir Sorgen. Da es aber unerträglich heiß war und ich die Mittagspause auch dringend zum relaxen brauchte, entschied ich mich den hinteren Reifen erst am Abend zu wechseln.

Nach der Mittagspause dann wieder rein in die scheußlich warmen Klamotten um die 5 Liter Wasser wieder aus zu schwitzen die ich mir rein gezwungen hatte. Es lief nun deutlich besser auf der Strecke. Ich hatte endlich mal Platz fühlte mich sehr sicher aber schnell.......vielleicht doch etwas zu sicher. Auf der Graden hatte ich wenige Meter vor mir eine Ducati 1098.
Freundchen, dachte ich mir , du wirst jetzt vollstreckt bevor du mir in den nächsten Kurven wieder den letzten Nerv kostest. Also nicht bei der 200 Meter Markierung gebremst so wie üblich sonder so ca. bei 130 Meter. Mann, flog ich an dem gelben Herren vorbei, was ein geiles Gefühl. Ey...was ist das....was fällt dem Vorderrad ein solche Zicke zu machen, während das Heck sich wie ein wild gewordener Stier verhält. Ich muss kurz die Bremse lösen und merke wie ich den Einlenkpunkt in die Rechts verpasse. Egal ich kann jetzt nicht meinen Triumph hergeben.
Also rein und verdammt Spitz auf die Links zu hart umlegen und früh ans Gas damit mich mein gelber Freund nicht wieder kassiert. Hätte ich doch bloß mal den Hinterreifen gewechselt, schoss es mir plötzlich in den Sinn, als dieser nach rechts ausbrach. Aber nicht so ein kleiner Rutscher. Neeee ich hatte das Gefühl als ob dieser verdammte Reifen gleich neben mir stand und  mit einer hässlichen Fratze zu rief „selber Schuld“.
Keine Ahnung wie, aber irgendwie presse ich das Knie auf den Boden und das Hinterrad kommt wieder in die selbe Spur wie das Vorderrad. Das Glück ist halt mit den Hässlichen, bestes Beispiel Chris. Bloß nix anmerken lassen, sonst denkt der gelbe Freund noch das wäre nicht gewollt gewesen :-).

Nach dem Turn galt der erste Blick den Zeiten. Ja wohl , wieder zwei Sekunden gefunden. So macht das Spaß Ich fuhr die letzten zwei Turns noch mit den gleichen Hinterreifen und versuchte nun nicht mehr meine Zeit zu verbessern sondern ein paar geeignete Stellen zu finden wo ich gut überholen konnte.

Abends dann schnell meinen Ledenon Renn-Reifen ausgepackt und aufgezogen um dann kurze Zeit später mit ca. 15 Leuten die nahe gelegene Pizzeria aufzusuchen. Nach dem essen noch schnell das Deutschland spielt geschaut und dann ab in die Koje.Am nächsten Morgen mit Chris zusammen etwas an der Fahrwerkseinstellung gebastelt und zusammen mit ihm auf die Strecke.
Chris ist die schnellste 600er Zeit gefahren, also genug für mich zum ab schauen . Ein verdammt anstrengender Turn aber ohne irgendeinen Rutscher. Ich hatte  meine Zeit nochmals um 1 ½ Sekunden verbessert. Beste Voraussetzungen fürs Rennen.
Was wir zu dieser Zeit noch nicht wussten. Dieser Tag sollte mit zwei Stürzen zu Ende gehen. Der eine eher leicht , der andere mit einer Verletzung.In Turn 3 wollte Chris (warum auch immer) es nochmal wissen und ging mit neuer Bereifung auf die Strecke.
Beim Abbremsen auf dem Kurb verlor das Vorderrad an Grib und Chris nahm nach langer ….langer Abstinenz mal wieder eine Bodenprobe. Ihm nicht viel passiert und am Mopped nur Kleinigkeiten. Also schnell die Verkleidung ab und die Maschine durch gecheckt. Ich bekam die ehrenvolle Aufgabe den Auspuff wieder grade zu klopfen, was ein Spaß :-).

 

Ein paar Kieshäufchen und Panzerband später stand sie wieder voll im Saft. Fast schöner als vorher. Also schnell nach der Mittagspause nochmal raus und checken ob alles funktioniert. Zu meiner Belustigung hatte Chris seine Scheibe so mit Panzerband zu geballert das er auf der Graden immer neben der Scheibe hing um seinen Bremspunkt auch nicht zu verpassen. Ich ließ die letzten beiden Turns aus um mich für das Rennen aus zu ruhen. Die 600er Klasse war als erstes dran. Das Herz gab sein schnellstes Konzert und das Adrenalin schoss unaufhaltsam von Kopf bis Fuß Die Ampel ging aus und die Einführungsrunde begann. Ich war ziemlich langsam gestartet um meinen Mitstreitern noch nicht alles zu zeigen. Ich dachte während der Einführungsrunde nur an eins. Gang einlegen nicht vergessen, so wie beim Start in Ledenon und einfach so viele wie möglich vor der ersten Kurve zu kassieren. Wobei mir aber auch ehrlich gesagt ein bissel mulmig war mit 37 Chaoten in die erste Kurve zu halten.
Egal Gehirn ausschalten!Die Ampel geht aus und ich schieße nach Vorne und kassiere direkt 3-4 Mitstreiter. In der Mitte der ersten Runde kassiere ich direkt nochmal zwei vorm mir weil die man sich nicht untereinander einigen kann. Ich halte meine Position und liege im guten Mittelfeld. Ende der zweiten Runde Bremse ich nach der Startziel auf die Schikane an und sehe wie eine Kurve weiter ein Mitstreiter samt Motorrad mitten auf der Strecke liegt. Rote Flaggen.....Rennabbruch. Nach kurzem Aufenthalt in der Boxengasse wiederholt sich das Spiel.
Raus fahren ,Einführungsrunde. Ich ärgere mich währenddessen das ich meine hart erkämpften Plätze wieder hergeben muss. Egal jetzt packe ich beim Start noch mehr Nasenbohrer.
Und wirklich ich habe einen sehr guten Start und kassiere mindestens 8-9 Leute und hänge mich direkt an eine vierer Gruppe mit dran. Zwei davon kann ich in meiner Lieblingskurve überholen. Die schnelle Rechts wo die meisten hart bremsen und ich  innen rein ziehen kann. Mittlerweile hab ich nur noch einen Fahrer vor mir in Schlag Distanz die restlichen sind in weite ferne gerückt. Ich schaue mir eine Runde an wo seine Schwäche sind und merke das er am Ende der Startziel früher den Anker wirft. Auf die ganze Runde gesehen verliere ich aber wieder ca. 10 Meter. Egal, Ende Startziel und ich setzte alles auf die Innenbahn. Als ich noch kurz vor dem Einlenkpunkt mich neben ihn setze , merke ich wie er sich erschreckt und zurück steckt. Jetzt bloß schnell aus der Links raus beschleunigen.Gespalten, ja mein Freund du wurdest grade erstklassig Vollstreckt dachte ich mir. Jetzt lastet der Druck auf mir.
Es sind noch drei Runden zu fahren, wenn er schlau ist schaut er sich meine Schwachstellen an und überholt mich in der letzten Runde. Konzentration ist angesagt! Doch was ist das , in der dritt letzten Kurve vor Start und Ziel gelbe Flaggen und eine riesige Staub Wolke.
Da muss jemand ne richtig üble Flugstunde genommen haben. In der nächsten Runde erkennt man dank der roten Flaggen mehr. Die Maschine liegt übers ganze Kiesbett verteilt und der Fahrer Fassungslos daneben mit einem Arzt der ihn wohl durch checkt.In der Box angekommen wird jedem Fahrer erstmal eine Flasche Wasser gebracht , was man auch dringend brauchte.Nach kurzem warten verkündete Robert das das Rennen nun gänzlich abgebrochen wird und wir nochmal nach der 750er und 1000er Klasse ein komplettes Rennen fahren würden, weil er unseren Lauf leider nicht werten könnte.
Puh, nochmal der ganze Stress ich war jetzt schon erschöpft und ärgerte mich auch das meine Mühe völlig umsonst gewesen war.Auch Chris machte seinem Frust Luft, er war das ganze Rennen über auf dem ersten Platz. Naja, bleibt ja nix anderes übrig. Also die beiden anderen Rennen verfolgt und nochmals auf unser Rennen vorbereitet.
Wir waren endlich wieder dran. Die Startaufstellung war nun nicht mehr so gut besetzt. Aber das sollten uns nicht stören. Chris sein Ziel war den ersten Platz zu machen und mein war nun einen Pokal zu bekommen. Nun muss man ehrlich sagen das bei dem Rennen nicht mehr wirklich was spannendes passierte. Nach dem Start kassierte ich einen Fahrer und hielt über sieben Runde meine Position. Was am Ende für Chris Platz 1 bedeutete und für mich Platz 6. Beide mega gefreut und eine Wasserdusche samt Pokal auf dem Podest genommen :)
Man sollte ja meinen das wir nun das schlimmste überstanden hatten, aber nein wir sollten eines besseren Belehrt werden. Drei Tage Most mit nur einem Sturz und ohne Verletzungen überlebt und was mach der Depp von Christian? Fällt mit seinen hässlichen Kruppelsfüßen aus dem Wohnwagen und bricht sich was die selben. Zum Glück nur etwas verstaucht und ne kleine Fleischwunde.
Den Rest kennt man ja. Schnell eingepackt und die Rückreise mit

einem kleinen Umweg angetreten. Für einen Tag  ins Tropical Ireland (Europas größtes Hallenbad) und mal gut gehen lassen mit Massage und allem drum und dran.

War auf jedenfall wieder ein super Event in Most mit einem Top Veranstalter. Nochmal danke an Prospeed.